Drei Monate später…

…sind wir immer noch hinter dem Geröllhaufen und vom Rest der Welt abgeschnitten. Die Strasse ist nun noch mehr gesperrt. Am Hafen von Vueltas wird seit Mitte Januar an einer Abtrennung gebaut, die den Hafenstrand vor Steinschlägen schützen soll. Bauzäune und Absperrungen verhindern, dass man den Weg zur Finca zu Fuß gehen kann. Unsere Transporte und Einkäufe organisieren wir weiterhin mit kleinen Booten, die wir durch die Wellen an den Steinstrand ziehen müssen. Das wird immer abenteuerlicher und gefährlicher.


Wenn wir nicht unsere junge Generation zu Besuch hätten, wären wir aufgeschmissen. Denn was sich vor allem verändert hat: Es ist Winter. Der zeigt sich hier, wie ihr wisst, nicht so sehr an den Temperaturen, sondern an den Wellen. In letzter Zeit waren sie häufig so hoch und vor allem mächtig, dass wir die Finca nicht verlassen konnten, keine Einkäufe an Land bringen konnten.

Das wird noch einige Zeit so sein, wir hoffen und warten auf den Frühling und niedrigere Wellen.

Drei Monate später... dream catcher webready Finca Argayall (La Gomera)Ein anderer Hoffungsschimmer: Wir haben endlich Kontakt zu den Behörden. In einem ersten Treffen mit Bürgermeistern und dem Inselpräsidenten Anfang Februar, zu dem die Anwohner der Argaga Bucht dann auch endlich eingeladen waren, wurden einige Ideen diskutiert.

Es wurden zwei kurzfristige Lösungen angeboten: Entweder die Installation eines schwimmenden Landepontons mit mobilem Steg oder die Anmietung eines Bootes (samt Besatzung), das nur eine Rampe braucht, um an unserem Strand landen zu können. Beides kostspielig, und die Finanzierung ist noch nicht klar. Als langfristige Lösung favorisiert der Inselpräsident Curbelo den Bau eines 700 Meter langen Tunnels durch den Berg! Das kann natürlich dauern.

Wir kämpfen derweil mit diesem stürmischen Wintermeer und den extrem hohen Wellen. Eigentlich nicht mehr zu schaffen. Was wir bräuchten, ist Hilfe, die jetzt kommt. Deshalb haben wir um eine Kombination aus beiden Lösungsvorschlägen gebeten: Erst das Boot, weil es relativ schnell hier und in Aktion sein könnte und währenddessen den Bau des mobilen Anlegers, der uns dann über den Sommer helfen kann. Ein versprochenes, zeitnahes, zweites Meeting ist bisher nicht in Sicht.

Aber wir bleiben dran, vertrauen und trauen uns zu träumen. Von der Zeit, wenn wir wieder Gäste bei uns haben, die diesen wunderbaren Platz des Lichts mit all seiner heilsamen Energie mit uns zusammen genießen. Mit dem Boot ankommen und sich für eine Zeit wirklich für Ruhe und Abgeschiedenheit entscheiden, das wird dann eine weitere Besonderheit sein, die die Finca ausmacht.